Dienstag, 2. Oktober 2007

Springbrook National Park

Hallo ihr daheim,

vieles hier hat sich in unserem Leben geaendert:
viele Kleinigkeiten auch:
Man wird frueh ab 6 Uhr (auch Wochenends) von der Sonne geweckt, um 7Uhr brennt sie schon runter, sodass man eine Sonnenbrille braucht. Dafuer ist man abends schon ab 21.30 Uhr totmuede im Bett....

ausserdem moechte ich hier noch ein paar weitere Kleinigkeiten erwaehnen, die einem hier so auffallen:

- in Autralien werden Zahnbuersten nur "soft" und "middle" verkauft. In der Version "hard" gibt es auf diesem Kontinent keine Zahnbuersten.

- Tanken sollte man immer dienstags, weil die Spritpreise hier in woechentlichen Zyklen um bis zu 10 cent schwanken. Samstag ists am teuersten. (Kopfschuettel)... hmm, ja, und wenn man hier im Supermarkt einkauft (ueber 30 Dollar) und den Beleg beim Tanken zeigt, bekommt man 4 cent pro Liter Rabatt. Nachteilig ist, dass man hier beim Tanken den Hebel nonstop halten muss. Es gibt kein Einrasten. Das nervt bei nem 80 l Tank.

- Thema Kaffee. Ok, also das ist echt der erste Punkt, an dem ich Europa beginne zu vermissen. Italiener hin oder her... Sie haben Kaffeekultur. Ebenso wie Oesterreicher, Franzosen und sogar Deutsche. Der Kaffe hier ist meist das allerletzte. Erstens, man bestellt, dann krizelt der Barmensch irgendwas auf nen Becher, und man wartet ca eine halbe Ewigkeit, um endlich seinen long black oder flat white in der Hand zu halten. Um ihn dann, aber auch sofort wieder hektisch abzustellen, weil er viel zu heiss ist. Ca. 108GradCelsius gefuehlte Kaffeetemperatur. Ausserdem so voll eingeschenkt, dass nur die Oberflaechenspannung die Ploerre im Becher haelt. Dann wartet man die andere Haelfte der Ewigkeit bis man das Gesoff bei ca 50 Grad vorsichtig nippeln kann, ohne sich zu verbrennen. Um dann sofort den widerlichen Geschmack der Ploerre am Gaumen zu haben. Egal welche Art der komischen Namen Kaffee man hier bestellt, alles schmeckt anders als Kaffee. Selbst der Ristretto, was wohl Espresso heissen soll. Hat wohl ein besoffener italienischer Einwanderer einem Kaffeeverantwortichen hier so beigebracht. Keine Ahnung. Also, ehrt euren Kaffeedort daheim, Leute.

- weiterhin faellt hier generell auf: viele Australier sind supernett und man kann ihnen nicht boese sein. Aber manchnmal kriegen sie einfach ihren job nicht so richtig gebacken. Vor allem einige Handwerker und Putzkolonnen sind hier echt die nettesten, sympatischsten Dilettanten, die mir je begegnet sind. Ganz anders in Deutschland: die Leute checken meist alles super, sind aber oft recht unsympatisch und mumpfelig.....

hmm, ach ja, beim Gedanken an daheim: Naechste Woche ist hier Brisbane-Oktoberfest. Ein Deutsches Fest, wie in Muenchen. Da gibts so Sachen wie: Anzapfen mit dem Buergermeister von Brisbane,
und (sehr wizig):
bayerischer Fruehschoppen = bavarian morning session. : ))))
Das Beste: es findet offensichlich wohl in dem Park gegenueber unseres Apartments statt. auf Gras, ne echte Wiesn also. im Gegensatz zu dieser Oktoberfestkopie da in Muenchen. und auch echt im Oktober..
Und als Anwohner haben wir wegen Laermbelaestigung massig Freibiermarken dafuer in unseren Briefkaesten bekommen. Unglaublich.
Das Fest ist mit Miss Oktoberfest Wahl,
German Dancing and Jodeln
Queensland afternoon session
Rainer Schwedt and his band directly from Bavaria
Bavarian Strongman Competition
usw.
Bilder denk ich folgen davon.....
nun, soviel zu naechstem Wochenende.

Nun mal zu den vergangenen Tagen:

letzte Woche hab ich hier mal nem Freund geholfen, die Kupplung von seinem Landcruiser zu wechseln. Da das Komplexeste, was ich bisher an Autos gemacht hatte, das Winterreifen wechseln war, war dies komplett Neuland fuer mich. Und recht arbeitsintensiv. Zu zweit fast acht Stunden. Aufbocken, 300kg Getriebe rausbauen, usw. Die Bilder zeigen uns um ca 1Uhr nachts, nachdem wir fast fertig waren. Und wir habens nur geschafft, weil wir in Deutschland nette Unterstuetzung von B. B. hatten, die uns die Nummer einer Werkstatt in Schwabach nannte, wo mir ein Mechaniker in tiefstem Fraenkisch erklaerte, wie man den Schaltknueppel durch einen Bajonettverschluss loesen und entfernen kann. Das war der entscheidenden Moment. Denn um 1Uhr nachts hatten in Australien alle Werkstaetten, die man haette fragen koennen, ja schon zu.



Soviel Action unter der Woche ... das ging dann am Wochenende weiter. Wir sind mal in so nen National Parc ne Stunde suedlich hier gefahren. Springbrook National Park. Einen vulkanische 22Mio Jahre alte Caldera mit einem der weltgroessten Gebiete an subtropischem Regenwald. Es ist Welt Natur Erbe der Uno und somit diesbezueglich gleich dem Barrier Reef z.B.



Dort in dem Park gibts Arctic Beeches (Buchen), das ist eine Baumart, die es seit 22Mio Jahren gibt. Dort stehen Exemplare davon die ca 2000 Jahre alt sind. Mit krassen Farnen oben drin:



Wir sind da hin, weil wir einfach mal ausprobieren wollten, wie es ist in unserem Auto zu Uebernachten. Wir hatten uns ne Matraze dafuer einpassen lassen. Hmm, war ganz bequem, ... aber.... saukalt. Wie man auf dem rechten Bild erkennt, ist das ein too easy 4WD trip dorthin. Ist ja alles geteert. Aber: guckt mal wie breit man die Strassen hier baut. So breit wie ein einziges Auto. sowas...

Krass an der Landschaft hier ist, dass es Steine gibt, die nach dem Vulkanausbruch damals vor 22Mio Jahren hexagonal erstarrt sind. Als Werkstoffwissenschaftler dachte ich, dass das nur Kristalle tun. Aber offensichtlich auch Gestein:



Milla meint, diese Steine interessieren bestimmt keinen. Hmm, mag sein. Ich hab sie trotzdem mal hier rein gestellt. Denn sie sind hexagonal erstarrt, was ich persoenlich sehr interessant finde... da ich ja nun jetzt auch an Magnesium arbeite.

Milla fand eher die Papageien bei unserem Fruehstueck interessant:



Man beachte das australische bacon und eggs Fruehstueck. Typisch Aussi:
Mit Liebe zubereitet, mit Liebe oberkitschig mit haesslichen Federn verziehrt, echt nett, aber eben: 28 min bis sie mir mal den Kaffee bringen. Grrrnnnn, und das um 7 Uhr fruh. Da bin ich echt nicht gut auf warten zu sprechen.... Und dann noch sauheisser Kaffee und nicht lecker...Soviel zum weiter oben beschriebenen Thema sympatische Dilettanten....

Milla fand auch die bizarre Kombination Palmen und muh-Kuh hier sehr schoen:



Milla hat auch schon eine nette Freundin hier gefunden: Juan Sun. Wir waren mal grillen mit ihr:



und all ihren Kollegen aus der Sprachschule:



Beim Grillen kam die Diskussion auf, welche Seite der Alufolie beim Grillen nach oben gehoert.
Wie ihr seht, haben wir dann gleich mal den Alufolienseitengrilltest gemacht.... Wer kennt das Ergebnis des Experiments?



Milla war noch auf einem der vielen Wochenendmaerkte zum Einkaufen von Gewuerzen und so. Da war auch so ein zuempftiger Musikant der Landestraditionen hier:



So viel for now....